Wie lange heilt eine Extraktionswunde?

Der Heilungsprozess beginnt unmittelbar nach der Zahnextraktion und endet mit dem Auffüllen der Kavität mit neuem, vom Zahnfleisch bedeckten Knochen. Der gesamte Prozess kann in 3 Schritte unterteilt werden.

Schritt 1 - nach der Extraktion bildet sich innerhalb von max. 45 Minuten ein Gerinnsel in der Alveole, das als biologischer Verband die Wunde vor Austrocknung und Eindringen von Mikroorganismen schützt. Deshalb ist es so wichtig, den Mund in den ersten 24 Stunden nach der Extraktion nicht zu spülen, um das Gerinnsel nicht zu entfernen.

Schritt 2 - Einströmen von Entzündungszellen, die die Wunde von Geweberesten, Gerinnseln und Bakterien reinigen. Dieser Prozess beginnt 12 h nach der Extraktion.

Schritt 3 - auf der Oberfläche der Wunde bildet sich ein weißer faseriger Belag, der nicht entfernt werden sollte – hier entsteht ein neues Zahnfleisch. Die Rekonstruktion des beschädigten Gewebes erfolgt dank der Fibroblasten, die Kollagenfasern bilden. Aus den Kollagenfasern sind sowohl Weichteile als auch das Knochengewebe und Gefäße aufgebaut. Dieser Prozess dauert je nach Größe der Wunde zwischen 4 und 40 Tagen.

Der Verlauf und der endgültige Effekt der Heilung wird durch den Allgemeinzustand des Patienten, der Schwergrad des Eingriffs, die Hygiene und die Einhaltung der Empfehlungen beeinflusst. Die Wunde sollte innerhalb von zwei Wochen nach dem Eingriff abheilen oder Anzeichen von Heilung zeigen.

Die Nichteinhaltung der Empfehlungen führt zu Komplikationen wie Eiter- oder Serumansammlung in der Wunde, Hämatome, Gewebsnekrose, Wunddehiszenz oder Infektion. Jede dieser Komplikationen erfordert ein zusätzliches und individuell angepasstes Management.

 

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